Der Kampf war vergebens

Waagehaus Horst: Totalverlust mit Refinanzierungsgarantie

Die Erinnerungstafel
Die Erinnerungstafel

Über ein Jahr hat die Initiative zur Rettung und Neunutzung des Waagehauses der ehemaligen Galopprennbahn Horst darum gekämpft, dieses letzte Stück sichtbarer und begehbarer Erinnerung an die stolze Geschichte der Galopprennbahn zu erhalten, zu sanieren und neu zu nutzen – z.B. als Eingangsgebäude für eine neue Kita und als kleines, aber wertvolles Begegnungszentrum für die Horster Bevölkerung. Über 3000 Bürgerinnen und Bürgern haben per Unterschrift diese Forderungen unterstützt. Zuletzt wurde eine Bürgeranregung eingereicht mit konkreten Planungsideen. Und die neue NRW-Heimatministerin bzw. ihr Staatssekretär sicherten anlässlich des ersten „Heimatkongresses“ in Münster zu, sich der Sache anzunehmen. Das war am Samstag, 17. März.

Am Montag drauf war schon der Bauzaun um die Waage errichtet und es gab die Information von VIVAWEST, dass die Stadt bereits Tage vorher die Abrissgenehmigung erteilt hatte und auch das Ministerium schon längst über das Vorhaben unterrichtet war.

So schnell kann es gehen, nachdem erst Jahre lang das Gebäude sich selbst überlassen worden war …

 

Jetzt hat VIVAWEST in nur wenigen Tagen den Abriss des historischen Waagehauses durchgezogen. Seit Ende März ist das Gelände abgeräumt. Übrig bleibt nichts – nur ein vages Versprechen der VIVWEST Geschäftsführung, ein irgendwie geartetes Erinnerungs-Mal zu entwerfen und aufzustellen. Die Horster SPD und CDU freuen sich schon auf das Mitgestalten … 

 

Um ihrer Enttäuschung und Trauer über dieses aktive Ignorieren des öffentlichen Interesses an diesem Stück Erinnerungskultur zum Ausdruck zu bringen, trafen sich am letzten Samstag enttäuschte Bürgerinnen und Bürger noch einmal am ehemaligen Gebäudestandort zu einer letzten Aktion: Ein Kranz und eine provisorische Erinnerungstafel sollen vor Ort daran erinnern, dass – letztlich aus rein wirtschaftlichen Interessen - die Chance, ein wertvolles Zeugnis der Horster Stadtgeschichte in eine neue Bebauung zu integrieren, von den Entscheidern in Politik und Unternehmen vertan wurde.

 

Hier kann jeder seinen Frust abladen. Unten ist die Kommentarzeile!


Fotos: Volker Bruckmann & Thomas Grohe


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