Viele Ideen für die Zukunft der Mobilität

Workshop im Wissenschaftspark erarbeitete konkrete Maßnahmen

 

 

Foto:   pixabay.com
Foto: pixabay.com

GE. Die Zukunft der Mobilität soll in Gelsenkirchen schon bald konkret werden. „Ende Juli soll der mit Ihrer Hilfe erstellte Gelsenkirchener Plan vorliegen“, hat Oberbürgermeister Frank Baranowski in seiner Begrüßung zum Workshop „Green City Plan“ am Mittwoch, 2. Mai, den zahlreichen beteiligten Akteuren einen engen Terminplan vorgegeben.

 

Im Wissenschaftspark kamen die Stadt Gelsenkirchen, das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Planersocietät und Akteure von der BOGESTRA, über die Industrie- und Handelskammer, die Westfälische Hochschule bis hin zum lokalen Energieversorger ELE zusammen. Das gemeinsame Ziel: möglichst effektive und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur Verbesserung der Luftreinheit und zur Zukunft der Mobilität erarbeiten.

 

Konkret wurde es zum Beispiel bei den Überlegungen für ein Pilotprojekt zur digitalisierten Verkehrssteuerung auf der Kurt Schumacher Straße. Ein weithin sichtbares Display, so die Idee, zeigt die voraussichtliche Dauer der Fahrtzeit auf verschiedenen Routen an. So ließen sich die Überlastung von Routen vermeiden und Verkehrsströme lenken. Im Blickpunkt ist dabei nicht nur der individuelle Autoverkehr, sondern auch die Verzahnung der PKW-Nutzung mit ÖPNV-Angeboten. Denn auch die Fahrtzeit aus der Kombination des Fahrens mit dem eigenen PKW und dem Umstieg zum Beispiel auf die Straßenbahnlinie 302 am Park and Ride Parkplatz an der Veltins-Arena könnte dargestellt werden.

 

In den Blickpunkt der Überlegungen rückte auch das Fahrrad. Schließlich ist es das Fortbewegungsmittel, das für kurze Strecken optimal geeignet ist. Kombiniert mit Bus und Bahn lassen sich so aber auch längere Wege umweltverträglich bewältigen. Für die Verzahnung des ÖPNV mit der Fahrradnutzung wird es schon bald eine wesentliche Verbesserung geben. Sieben zentrale Haltepunkte werden mit Abstellanlagen von Dein Radschloss ausgestattet, so dass die Räder sicher und sauber abgestellt werden können

 

Das Fahrrad spielte auch bei dem Thema Mobilitätsmanagement eine wichtige Rolle. Was beim Auto möglich ist, sollte auch beim Fahrrad machbar sein. Das sogenannte Jobrad ist ein Dienstrad-Leasing für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und könnte eine Alternative oder Ergänzung zum Dienstwagen sein. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer soll daher eine Informationsveranstaltung angeboten werden, die über das Jobrad informiert.

 

Kann Gelsenkirchen sogar zur Modellregion für urbane Logistik und E-Mobilität werden?

 

Diskutiert wurde beim Workshop die Idee, rund 50 StreetScooter günstig zum Leasing anzubieten.  Handwerker und andere Dienstleister könnten so testen, ob der mit einem Elektromotor angetriebene Transporter für ihre Zwecke geeignet ist.

 

Bereits im Juni soll in der Kommunalpolitik über den Green City Plan abgestimmt werden, um dann Gelder für konkrete Maßnahmen beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zu beantragen. Der Green City Plan ist zudem die Grundlage für die Vergabe der Entwicklung eines Masterplans Mobilität für die Stadt Gelsenkirchen, der bis zum Jahr 2020 erarbeitet wird.

 

Denn dass es nicht nur um kurzfristige Einzelmaßnahmen geht, das machte Oberbürgermeister Frank Baranowski im Workshop auch deutlich:  „Wir wissen, dass die Zukunft von uns noch etwas mehr verlangt, als lediglich Grenzwerte zu unterschreiten. Es geht um nichts weniger, als die Mobilität von morgen zu denken.“