futureWork“ testet drei Jahre lang digitale Teammethoden

Gemeinsam mit der Westfälischen Hochschule bricht der Halfmannshof jetzt in die digitale Zukunft auf

Foto: Pressestelle Stadt Gelenkirchen
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GE. Seit einigen Jahren hat sich die 1931 gegründete Gelsenkirchener Künstlersiedlung Halfmannshof für neue Kunst- und Arbeitsformen geöffnet. Gemeinsam mit der Westfälischen Hochschule bricht der Halfmannshof jetzt in die digitale Zukunft auf: als „Co-Working“-, „Co-Creation“- und „Co-Living“-Standort.

 

Projektleiter des Projekts „futureWork“ ist Prof. Dr. Jens Gerken von der Fachgruppe Informatik der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Ihm liegt daran, dass in dem Musterprojekt gezeigt wird, wie etwa traditionelle papierbasierte Kommunikationsformen in digitale Formen weiterentwickelt werden. Das geht über Nachrichtensysteme und Videokonferenzen weit hinaus. Gerken: „Wir wollen, dass sich neue Technologien nahtlos und möglichst unmerklich in die Arbeitsgemeinschaft aus kreativen Köpfen einfügen und die Zusammenarbeit und das Kreativergebnis stärken. Die Qualität vorhandener Methoden und Prozesse soll dabei erhalten bleiben.“ Also eine Evolution ins digitale Zeitalter, kein Bruch mit Bewährtem.

 

 

Auf dem Foto v.l.n.r.: Stadträtin Annette Berg, Christiana van Osenbrüggen (Projektkoordinatorin am Halfmannshof), Toni Reichert und Projektleiter Prof. Dr. Jens Gerken.

Foto: Pressestelle Stadt Gelenkirchen
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Die Macher von der Westfälischen Hochschule wollen modernste Technik etwa zur virtuellen Darstellung von noch nichtexistierenden, neuen Werken oder Produkten nutzen. So können sich Teams durch digitale Technik zur virtuellen und erweiterten Realität viel anschaulicher über Inhalte austauschen als über Pläne gebeugt oder über Tafelskizzen. „Analoge und digitale Welt sollen sich bei uns ideal ergänzen“, so Jens Gerken.

 

Auf dem Halfmannshof entsteht dafür ein lebendiges Testlabor. Hier werden Prof. Dr. Gerken und sein Team vorhandene kreative Arbeitsprozesse zunächst beobachten, um darauf aufbauend unterstützende Softwarelösungen zu entwickeln und schließlich unter den tatsächlichen Arbeits- und Lebensbedingungen am Halfmannshof zu testen.

 

„Durch diesen bedarfsorientierten Einsatz neuer Technologien schaffen wir vor Ort neue, werthaltige Angebote für Kreativschaffende.“ erläutert Toni Reichert, wissenschaftlicher Mitarbeiter am hochschuleigenen Institut für Innovationsforschung und -management, das ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist. Der Innovationsforscher untersucht, wie die entstehenden Technologien dazu beitragen können, nachhaltig tragfähige Geschäftsmodelle zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft zu etablieren. Im Rahmen der bisherigen Zusammenarbeit haben, die am Halfmannshof vorhandenen Räumlichkeiten bereits ein neues Gesicht bekommen.

 

„Kreative Prozesse benötigen mehr als bloß offene Co-Working-Flächen.“ weiß Christiana van Osenbrüggen, die als langjährige Projektkoordinatorin am Halfmannshof die Zielgruppe genau kennt. Gemeinsam mit ihr wurde ein Raumkonzept entwickelt, das den vielfältigen Anforderungen kreativer Teamarbeit gerecht wird. „So entstand das Daig.“ erklärt van Osenbrüggen. „Mit dem Daig hat der Halfmannshof künftig ein Co.Laboratorium, einen Ort, an dem Forscher und Kreative gemeinsam neue Wege der Zusammenarbeit erkunden.“ Im Web wird das Daig unter www.daig.eu zu finden sein. Digitaler Anlaufpunkt zum Projekt futureWork ist die Webseite der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Jens Gerken: https://hci.w-hs.de/research/futureWork.

 

 

Das Projekt „futureWork“ läuft über drei Jahre bis zum Jahr 2021 und wird vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie mit knapp einer Million Euro gefördert. Zugleich gehört es zu dem Verbundprojekt „connect.emscherlippe“ der Westfälischen Hochschule, das mit knapp vier Millionen Euro gefördert wird und für das die Westfälische Hochschule ein ganzes Bündel von Projekten zusammengeführt hat, um die Emscher-Lippe-Region durch Digitalisierung zu einer „Smart Region“ werden zu lassen. Der Projektname „futureWork“ zeigt, wohin es geht: in die Welt von übermorgen, wenn virtuelle Arbeitsweisen Teams über Raum und Zeit hinweg zusammenbringen. Weitere Projektpartner sind die Stadt Gelsenkirchen und das hochschuleigene Institut für Innovationsforschung und Management.


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