OB Baranowski fordert Emscher-Universität

Nicht nur Kompensation für Braunkohlegebiete/ Perspektive Ruhrkonferenz

GE. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski erhob beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Gelsenkirchen die Forderung nach einer Universität für das nördliche Ruhrgebiet. Einen Monat nach dem endgültigen Abschied des Ruhrgebiets vom Bergbau sagte er mit Blick auf die erwarteten und benötigten Impulse der bevorstehenden Ruhrkonferenz der NRW-Landesregierung: „Es ist an der Zeit für eine echte Lösung, die uns noch einmal Schubkraft verleihen kann – es wird Zeit für eine Universität an der Emscher!“

 

Baranowski erinnerte daran, dass bereits die Universitätsneugründungen im Ruhrgebiet in den 60er/70er Jahren strukturpolitische Entscheidungen waren, die das südliche Ruhrgebiet bei der damals anstehenden Transformation weg von der Montanindustrie unterstützen sollten. Genau dieselben Impulse seien daher einen Monat nach Stilllegung der letzten Steinkohlezeche im Revier nun auch im nördlichen Ruhrgebiet nur folgerichtig. Ein Ruhrgebiet der zwei Geschwindigkeiten zwischen dem nördlichen und südlichen Teil dürfe es mittelfristig nicht geben, so Baranowski: „Dieses Problem muss man irgendwann einmal anpacken – und man sollte es erst recht tun, wenn eine Landesregierung mit der Ruhrkonferenz einen neuen, großen Aufschlag für die Region beabsichtigt.“

 

Es könne nicht sein, dass über eine solche Kompensationslösung nun bereits für die Braunkohleregionen um Aachen gesprochen werde, wo es bereits eine starke Universität gibt, nicht jedoch für das nördliche Ruhrgebiet, so Baranowski weiter, der anlässlich des Abschieds vom Steinkohlebergbau eine Zwischenbilanz zog: Wo steht das Ruhrgebiet, wo steht Gelsenkirchen, welche zukünftige Entwicklung ist möglich, welche ist nötig? Oberbürgermeister Frank Baranowski machte vor 800 geladenen Gästen im Musiktheater im Revier deutlich: „Dieser Abschied ist für uns schon seit Jahrzehnten gleichzeitig ein Aufbruch.“ Er nannte gerade einige Bergbaukonversionsflächen der Stadt als herausragende Beispiele für die wirtschaftliche Neuerfindung der Stadt. Gerade die ehemalige Zeche Nordstern, auf der mittlerweile wieder rund 1500 Menschen Arbeit finden, sei wahrscheinlich einer der erfolgreichsten ehemaligen Zechenareale des Reviers. Die dortige Entwicklung sei ursächlich vor allem dem Impuls der Bundesgartenschau 1997 zu verdanken. Solche Impulse seien für das nördliche Ruhrgebiet weiterhin wichtig und nötig, ordnete das Stadtoberhaupt die Forderung nach der Emscher-Universität in den historischen Kontext ein.

 

 


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