Glocken läuten für Tonaufnahmen

Der Klang der Glocken soll bei Veranstaltungen abgespielt werden

Die Glocken von Heilig Kreuz - Foto Pressestelle Stadt Gelsenkirchen
Die Glocken von Heilig Kreuz - Foto Pressestelle Stadt Gelsenkirchen

GE. Vor einem Monat haben die Bauarbeiten an der Heilig Kreuz Kirche an der Bochumer Straße begonnen, um aus einem der bedeutendsten Kirchenbauwerke der Moderne einen ebenso außergewöhnlichen Veranstaltungsort zu machen.

 

Bevor im Zuge dessen nun die Kirchenglocken ausgebaut werden, sind heute noch Tonaufnahmen von den Glocken gemacht worden, da der künftige Betreiber, die Emschertainment GmbH, einzelne Töne des Glockengeläuts als Audio-Datei gesichert hat, um diese später im Betrieb des Hauses verwenden zu können.

 

Gegen 15 Uhr konnten heute die Anwohner der Bochumer Straße vermutlich zum letzten Mal „ihre“ Glocken hören. Angeschlagen wurden sie übrigens von Hand durch den Geschäftsführer der Emschertainment GmbH, Prof. Helmut Hasenkox. Die Idee zu den Aufnahmen hatte Thomas Franke, der Enkel des Baumeisters der Heilig Kreuz Kirche, Josef Franke. Er war persönlich vor Ort, um noch einmal die Glocken zu hören.

 

Prof. Helmut Hasenkox: „Ich war von der Idee sofort begeistert und freue mich, dass wir heute die Aufnahmen machen konnten. Sobald die erste Veranstaltung läuft, haben wir einen phantastischen Originalton.“

 

Für die Stadt Gelsenkirchen waren Bauleiterin Kerstin Gäfke und Stadtplanerin Janine Feldmann vor Ort.

 

Bei den bis heute in der Kirche Heilig Kreuz in Gelsenkirchen-Ückendorf hängenden Glocken handelt es sich um ein fünfstimmiges Geläut mit der Schlagtonfolge cis-e-fis-gis-a. Es wurde 1959 von der damals in Münster ansässigen Glockengießerei Feldmann & Marschel gegossen. Das geht aus einer gutachterlichen Stellungnahme hervor, die Dr. Konrad Bund, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Glockenmuseums, erstellt hat.

 

Die Glocken gehören demnach nicht zur Erstausstattung der Kirche. Damals gab es zwei kleinere Glocken, von denen 1942 eine zu Rüstungszwecken abgegeben wurde. Die zweite Originalglocke wurde vermutlich 1959 mit der Anschaffung der jetzigen Glocken in Zahlung gegeben oder sogar für die neuen Glocken eingeschmolzen. Das heutige Geläut wurde 1959 zum silbernen Priesterjubiläum des Pfarrers Franz Maurer gegossen und wurden am 21. Juni 1959 erstmals geläutet.

 

Die fünf Glocken tragen die Namen „Heiliges Kreuz“, „Heilige Maria“, „Heilige Maria Magdalena“, „Heiliger Johannes“ und „Heiliger Franziskus“. Sie sind nach dem „Te Deum“ gestimmt.

 

 

Die Glocken werden nach dem Ausbau zwischengelagert bis das Bistum Essen über eine weitere Verwendung entschieden hat.


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