Kleine Karte ist eine große Hilfe

Infos im Scheckkartenformat für wohnungslose und suchtkranke Menschen

Foto: Pressestelle der Stadt Gelsenkirchen
Foto: Pressestelle der Stadt Gelsenkirchen

GE. I nsgesamt 14 Anlaufstellen für unterschiedliche Hilfen umfasst die Übersicht im Scheckkartenformat für wohnungslose und suchtkranke Menschen. Von der medizinischen Hilfe durch Arzt Mobil über Suchtberatung, die Wohnungslosenhilfe bis hin zur Kleiderkammer reichen die kompakt zusammengefassten Hilfsangebote.

 

Dank der Initiative der Feuerwehr ist die kleine Karte mit großer Wirkung überarbeitet und neu aufgelegt worden. „Eine solche Auflistung im Scheckkartenformat hat sich im Alltag der Feuerwehr bewährt. Alle unsere Rettungsfahrzeuge hatten sie an Bord, um sie an Wohnungslose oder Suchtkranke weitergeben zu können“, berichtet Daniel Hüwe. Als der Abteilungsleiter der städtischen Feuerwehr hörte, dass das Infomaterial vergriffen ist, hat er sich sofort für eine Neuauflage stark gemacht. Daniel Hüwe weiß, dass Arzt Mobil auf Spenden und finanzielle Unterstützung angewiesen ist und die Kosten für eine Neuauflage nicht hätte tragen können. „Ich habe daher innerhalb der Stadt nach einer Lösung gesucht“, so Hüwe. Mit Erfolg. Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt hat die Erstellung der Scheckkarte unterstützt sowie die Druckkosten für eine Auflage von 2.000 Exemplaren übernommen. Nun wird sie von der Feuerwehr, Arzt Mobil und allen anderen für Wohnungslose oder suchtkranke Menschen tätigen Organisationen und Einrichtungen weitergegeben.

 

„Gelsenkirchen hilft! … weil es UNSERE Stadt ist“, steht auf der Scheckkarte. Für Gelsenkirchens Sozialdezernenten Luidger Wolterhoff ist beides selbstverständlich: „Es ist selbstverständlich, dass die Stadt gemeinsam mit Partnern von der Diakonie bis zur Caritas, dem Elisabethkrankenhaus oder Initiativen wie Warm durch die Nacht und vielen anderen hilft. Und selbstverständlich sind auch Menschen, die obdachlos sind oder Drogenprobleme haben ein Teil unserer Stadtgesellschaft.“ Dass in dieser Breite geholfen werden kann, sei dem dicht geknüpften Netzwerk zu verdanken, in dem alle Beteiligten eng miteinander kooperieren würden, so Wolterhoff. „Die Stadt alleine kann das nicht stemmen“, ist er überzeugt.

 

Einer der starken Partner ist die Caritas. So ist zum Beispiel Cornelia Müller bei der Caritas angestellt. Sie eine von drei Streetworkerinnen von Arzt Mobil, die täglich auf den Straßen der Stadt unterwegs sind. Denn das Projekt Streetwork ist ein gemeinsames Projekt von ArztMobil, Caritas und der Stadt.

 

„Wir wollen den Menschen helfen und sie dabei unterstützen, aus ihrer Notsituation wieder hinein ins „normale Leben“ zu finden“, beschreibt Caritas-Fachbereichsleiterin Eva Bittner-Geier die Zielsetzung der Wohnungslosenhilfe beim Caritasverband. Aus dem christlichen Auftrag abgeleitet ist für die Fachbereichsleiterin die Wohnungslosenhilfe eine immens wichtige Aufgabe, die sich der Verband einiges kosten lässt: „Neben Fördermitteln und Spenden – sowohl in Form von Zeit durch ehrenamtliches Engagement als auch in Form von Geldspenden durch Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen – haben wir im letzten Jahr zusätzlich rund 98.000 Euro aus Eigenmitteln in unsere beiden Begegnungs- und Beratungsstätten für Wohnungslose gesteckt.“

 

Neben den beiden Beratungsstellen – Weißes Haus und Wilhelm-Sternemann-Haus – bietet die Caritas das ambulant betreute Wohnen für Wohnungslose an. Und noch ein weiteres Projekt nennt Bittner-Geier: „Die soziale Begleitung Wohnungsloser Menschen in Probewohnungen zur Erlangung der Mietfähigkeit, das der Caritasverband mit der Stadt und der Gelsenkirchener Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft GGW erfolgreich durchführt.“

 

Streetworkerin Cornelia Müller freut sich über die breite Unterstützung der Arbeit, sagt aber auch: „Noch haben wir zwar genug Scheckkarten, um sie auszugeben. Doch es ist absehbar, dass wir bald eine neue Auflage brauchen werden. Laufend gebraucht werden aber auch zum Beispiel Hygieneartikel für die Menschen, denen wir täglich helfen. Dafür sind wir auf Spenden angewiesen.“

 

Mehr über die Arbeit von Arzt Mobil und über Spendenmöglichkeiten erfahren Interessierte unter www.arztmobil-gelsenkirchen.de.

 

 

Foto: Daniel Hüwe, Abteilungsleiter Feuerwehr Gelsenkirchen, Eva Bittner-Geier, Fachbereichsleitung Caritas, Cornelia Müller und Jennifer Ruhnau, Streetworker von Arzt Mobil und Luidger Wolterhoff, Vorstand für Arbeit und Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz. (Die beiden anderen Personen möchten namentlich nicht genannt werden)


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