Corona-Erkrankungen in Gelsenkirchen

Umfeld wird aktuell überprüft 

Verhaltensregeln einhalten und Infektionsrisiken minimieren

Forschung Symbolfoto Pixabay.com
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Pressemitteilung der Stadt Gelsenkirchen

GE. Seit heute Morgen ist bekannt, dass es im Gelsenkirchener Süden drei bestätigte Fälle von Erkrankungen an dem Corona-Virus gibt. Alle drei Personen wohnen in einem Haushalt und befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne. Das Gesundheitsamt steht in ständigem Kontakt mit den Patienten.

 

Die zuerst positiv getestete Person arbeitet in Essen und ist über das Gesundheitsamt der Stadt Essen erkannt und beprobt worden. Weitere mögliche Kontakte in Essen werden von der Stadt Essen ermittelt.

 

Das Gesundheitsamt der Stadt Gelsenkirchen überprüft derzeit mögliche Kontaktpersonen aus Gelsenkirchen.

 

Weitere Einzelheiten zu den betroffen Personen unterliegen dem Datenschutz.

 

„Die Stadt Gelsenkirchen hat ein Lagezentrum gegründet über das die jeweils notwendigen Entscheidungsträger unmittelbar informiert werden“.  so Stadträtin und Feuerwehrdezernentin Karin Welge. „In diesem Gremium werden auch alle weiteren Entwicklungen beraten und die sich daraus ergebenden Konsequenzen und Handlungen beauftragt.“

 

Gesundheitsdezernent Luidger Wolterhoff: „Schwerpunkt unserer Arbeit ist es derzeit die Infektionsketten zurückzuverfolgen und weitere Infektionen zu verhindern. Wir werden mit großer Sorgfalt und Konzentration die Einzelfälle behandeln.“

 

Aktuell haben die Erkrankungen keine einschneidenden Auswirkungen auf das Leben in der Stadt Gelsenkirchen. Grundsätzlich verweist das Gesundheitsamt auf die bereits mehrfach kommunizierten Verhaltensregeln, die das Infektionsrisiko generell minimieren können.

 

So empfiehlt der Leiter des Gesundheitsamtes, Klaus Mika, besonders die Handhygiene einzuhalten und die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen: „Auf das Händeschütteln sollte man derzeit verzichten und die Hustenetikette einhalten und bei Husten oder Niesen die Armbeuge und nicht die Hand wählen. Nutzen sie Einwegtaschentücher und entsorgen sie diese möglichst in einen Mülleimer mit Deckel. Halten sie nach Möglichkeit mindestens ein bis zwei Meter Abstand zu hustenden und/oder niesenden Personen.“

 

Wer medizinische Fragen zu einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus hat, kann sich unter der Rufnummer 11 6 11 7 (ohne Vorwahl) informieren.

 

Die Stadt Gelsenkirchen wird mit der 169-5000 eine eigene lokale Rufnummer schalten, um zusätzliche lokale Fragestellungen beantworten zu können. Diese Rufnummer ist ab dem 9. März 2020 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar.

 

Das Gesundheitsamt der Stadt Gelsenkirchen ist in einem ständigen engen Austausch mit den ansässigen Krankenhäusern sowie den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Eine erste Abstimmung hat es bereits vor fünf Wochen gegeben. Die Krankenhäuser sind entsprechend vorbereitet und verfügen über die notwendigen Kenntnisse im Umgang mit infizierten Patienten und möglichen Isolationsmaßnahmen.

 

Verhalten bei einer möglichen Infektion

 

Personen, die beunruhigt sind und vermuten, sie könnten sich mit Covid-19 infiziert haben, können sich zunächst selbst fragen, ob sie zur Risikogruppe gehören. Eine genaue ärztliche Abklärung ist erforderlich, wenn

 

Symptome wie Husten, Schnupfen, Durchfall, Halskratzen und Fieber bestehen und

 

es in jüngerer Zeit einen Aufenthalt in einem Risikogebiet gemäß RKI-Definition gab oder

 

es zu einem Kontakt mit einem bestätigten Corona-Erkrankten oder Corona-Verdachtsfall kam.

 

Grundsätzlich gilt: Patientinnen Patienten sollten in diesem Fall nicht ohne telefonische Anmeldung eine Praxis, ambulante Notdienstpraxis oder eine Krankenhausambulanz aufsuchen.

 

Sofern Patienten nach der sorgsamen Bewertung der oben genannten Risikofaktoren unsicher sind oder tatsächlich ein Risiko auf eine mögliche Corona-Infektion für sich festgestellt haben, sollten sie entweder ihre Haus-/Fachärztin bzw. ihren Haus-/Facharzt oder die kostenlose Arztrufnummer 11 6 11 7 (ohne Vorwahl) anrufen. Hier hilft medizinisches Fachpersonal bei der Klärung weiterer Fragen und es kann durch die Anwendung eines standardisierten medizinischen Ersteinschätzungsverfahrens und gezielte Fragen an die Erkrankten in kurzer Zeit eingeschätzt werden, ob ein Risiko besteht beziehungsweise ein Test erforderlich ist.

 

Sollte sich dann der Verdacht auf eine Corona-Erkrankung erhärten, kann im Anschluss ein ärztlicher Hausbesuch durchgeführt werden, um einen Abstrich zu nehmen. Sollte ein bestätigter Fall vorliegen, würde parallel eine Information an das Gesundheitsamt erfolgen, das die weiteren Maßnahmen zur Behandlung mit den Behandelnden koordiniert.

 

Schulspezifische Fragen

 

Die Bezirksregierung Münster hat seit Mittwoch, 4. März 2020, ein Info-Telefon zur Beantwortung schulspezifischer Fragen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus geschaltet. Die Nummer +49 (251) 411-4198 ist montags bis freitags in der Zeit zwischen 8 Uhr und 16 Uhr erreichbar. Weitere Informationen zum Thema Schule hält die Bezirksregierung unter dem folgenden Link bereit: https://www.bezreg-muenster.de/de/im_fokus/schule_und_bildung/corona_schule/index.html.

 

Das Virus

 

Die Corona-Viren können bei den Menschen verschiedene Krankheiten auslösen, die von leichten Erkältungssymptomen bis zu schwer verlaufenden Erkrankungen reichen. Die Infektion wird von Mensch zu Mensch durch die Sekrete der Atemwege übertragen und entwickelt sich bis zu 14 Tagen nach der Ansteckung.

 

Die häufigsten Symptome sind Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, manchmal auch Durchfall. In seltenen Fällen kann das Virus auch einen schweren Verlauf hervorrufen, der mit Atemproblemen und Lungenentzündungen verläuft. Diese schweren Verläufe sind vor allem bei Personen, die älter sind und/oder an chronischen Grunderkrankungen leiden, zu erwarten.

 

Veranstaltungen

 

Die Gefahr einer Infektion in Gelsenkirchen ist mit dem heutigen Stand nicht so hoch, dass öffentliche Veranstaltungen abgesagt werden müssen.

 

Gerade ältere und chronisch kranke Menschen sollten allerdings Ihre Teilnahme an größeren öffentlichen Veranstaltungen grundsätzlich sorgsam abwägen.

 

Akut Erkrankte mit grippeähnlichen Symptomen (Kopf-/Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen mit oder ohne Fieber) oder Menschen mit einem Kontakt zu einem an einer Corona-Virusinfektion Erkrankten oder einem Aufenthalt in einer Region mit gehäuften Corona-Viruserkrankungen (wie z. B. Italien, Iran, China, Kreis Heinsberg in Deutschland) sollten vorsorglich von einer Teilnahme absehen.

 

 

Im Einzelnen ist es aktuell Sache des jeweiligen Veranstalters, nach einer Risikoabschätzung zu entscheiden, ob er eine Veranstaltung absagt oder durchführt. Das Gesundheitsamt berät im Einzelfall gerne.


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